Telemedizin nimmt in der prähospitalen Notfallmedizin einen immer größeren Raum ein. Allerorten werden Abläufe, Organisationen und Strukturen etabliert und verfeinert. Mit dem bereits 3. Forum Telemedizin im Rettungsdienst werfen wir am 20.01.2026 insbesondere einen Blick auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Player in den einzelnen Systemen sowie auf die Lessons Learned, die sich an den unterschiedlichen Standorten bereits ergeben haben. Zudem rücken wir besondere Aspekte der Telenotfallmedizin ebenso in den Fokus wie Standards, Leitlinienaspekte und den technischen Stand jetzt und in der nahen Zukunft.
Veranstaltungsort: Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin, Landsberger Allee 106, 10369 Berlin
Weitere Details zum Programm folgen in Kürze
In der prähospitalen Notfallversorgung etablieren sich in Deutschland aktuell Telenotarztsysteme und Konzepte in diversen Ausprägungen und Reifegraden, einige Bundesländer sehen gemäß GBA-Empfehlung flächendeckende Einführungen vor, andere Bundesländer legen spezielle Schwerpunkte. Es wird über den Stand der Ausbreitung sowie technisch und einsatz-organisatorischer Unterschiede berichtet.
Im Juni 2025 erschien die erste evidenzbasierte Leitlinie für die Telenotfallmedizin in Deutschland. Unter Koordination der DGAI und Mitwirkung von neun weiteren Fachgesellschaften, vier Berufsverbänden und Interessensgruppenvertretern sowie fünf Expertinnen und Experten aus dem Themenfeld der Notfallmedizin und Telenotfallmedizin leistet sie somit einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen, qualitativ hochwertigen Notfallversorgung – sowohl medizinisch als auch organisatorisch und technisch. Auf Basis eines systematischen Literaturreviews wurde ein Konsentierungsprozess für 30 Empfehlungen durchlaufen. Der Vortragsbeitrag fasst die Kernpunkte der Leitlinie zusammen und diskutiert die daraus resultierenden Anforderungen für die rettungsdienstliche Praxis und Umsetzung.
Der Vortrag bietet einen Blick aus der Perspektive einer Notfallsanitäterin hinsichtlich der Zusammenarbeit mit einem Telenotarzt. Am Beispiel eines Einsatzes aus dem Bereich der subakuten Versorgung des Akuteinsatzfahrzeugs soll Transparenz für die Herausforderungen und die Vorarbeit der NotSan geschaffen werden.
Bayern hat mit seinem Telenotarztsystem einen besonderen Weg gewählt: wenige, sehr große Telenotarztstandorte, einheitliche Technik und eine überregionale Leitstellendisponierung – ein Modell, das im ersten Betriebsjahr am Standort Ost bereits über 4.000 Einsätze getragen hat. Doch die Systemarchitektur bringt Vorteile und Bruchstellen gleichermaßen mit sich. Im Vortrag zeigen wir, was in der Praxis tatsächlich funktioniert, wo Planungsannahmen kollidieren und warum dieses Modell die präklinische Versorgung in Deutschland nachhaltig verändern wird.
Der Telenotarzt OWL ist am 4. Oktober 2023 nach einer sechswöchigen Probephase in Betrieb gegangen. Am Standort Bielefeld im 24/7/365-Betrieb, am Standort Paderborn an vier Wochentagen tagsüber. Nach anfänglich geplanten zwei 24/7-Standorten für die insgesamt 2,1 Mio. Einwohner in OWL wurde schnell klar, dass dies in diesem Umfang nicht notwendig ist. Auch die anfänglich geplante Technik in den RTW konnte sehr zeitnah reduziert werden, da der Bedarf an Beratung durch den TNA am Patienten selbst entsteht und der Fokus auf der Technik vor Ort liegt.
In diesem Vortrag werden die grundlegenden Prinzipien der Kommunikationspsychologie vermittelt und wie diese effektiv in telemedizinischen Situationen angewendet werden können. Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu stärken, Missverständnisse in der telemedizinischen Kommunikation zu vermeiden und eine konstruktive und offene Konsultationskultur zu fördern. Der Vortrag behandelt die Themen Aktives Zuhören und Empathie, Fragetechniken und Feedback. Er dient der persönlichen Reflexion der eigenen Kommunikationsstile und der Entwicklung individueller Strategien zur Verbesserung der (telemedizinischen) Kommunikation.
Im Katastrophenfall ist von einem Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitätern auszugehen, da diese in Mehrfachfunktionen verplant sind. Die Telemedizin zeigt großes Potenzial, diesen Mangel auszugleichen, jedoch muss das System an die Qualifikation und Kompetenz der Einsatzkräfte angepasst werden. Die Telemedizin in der Katastrophenmedizin steht somit vor besonderen Herausforderungen, die am Beispiel des Forschungsprojektes TeleSan dargestellt werden. Im Fokus stehen ein Konzept für die Telemedizin im Zivilschutz und die Potenziale und Grenzen der Telemedizin im Bevölkerungsschutz.
Auf Basis des dreijährigen Forschungsprojektes KIT2 (KI-unterstützter Telenotarzt, gefördert durch das BMFTR) haben Partner des Aachener Instituts für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit, der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel (Arbeitsgruppe Intelligente Systeme), der Umlaut Telehealthcare GmbH (Aachen) und der Palaimon GmbH (Berlin) ein Entscheidungsunterstützungssystem für das Telenotarztsystem bis in ein Demonstratorniveau entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Neben ersten wissenschaftlichen Ergebnissen diskutiert der Vortragsbeitrag die Herausforderungen und Erfolge des Projektes und gibt einen Einblick in den Status quo rund um KI-Anwendungen in diesem Themenfeld.

Das Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin, gelegen an der Grenze zu Friedrichshain und Prenzlauer Berg und nur wenige Minuten vom Alexanderplatz entfernt, ist so einzigartig wie Berlin selbst.