Telemedizinische Strukturen werden an immer mehr rettungsdienstlichen Standorten in Deutschland eingeführt. Auch in der Stellungnahme zur „Reform der Notfall- und Akutversorgung der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ wird ihr eine besondere Rolle zugewiesen. Denn in Zeiten des demografischen Wandels bietet die Telenotfallmedizin eine Chance, die Digitalisierung zu nutzen und dem Personalmangel im notärztlichen Bereich zu begegnen.

Beim 1. Forum Telemedizin im Rettungsdienst präsentieren wir nicht nur bereits seit Jahren etablierte Projekte, sondern auch neu gestartete, diskutieren über die ökonomischen, juristischen und berufspolitischen Perspektiven, zeigen auf, wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen wird, und werden die Akteure miteinander vernetzen.

Veranstaltungsort: Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin, Landsberger Allee 106, 10369 Berlin

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Programm

  • 09:00 - 09:15

    Eröffnung

    Speakers:

    Prof. Dr. Klaus Runggaldier

  • 09:15 - 09:45

    Grundsatzfrage: Wozu benötigen wir Telemedizin im Rettungsdienst?

    Prof. Dr. med. Clemens Kill ist Direktor des Zentrums für Notfallmedizin, Universitätsmedizin Essen.

    Speakers:

    Prof. Dr. Clemens Kill

  • 09:45 - 10:15

    Leitlinie Telemedizin in der prähospitalen Notfallmedizin: Stand der Dinge

    In der prähospitalen Notfallversorgung etablieren sich in Deutschland aktuell Telenotarztsysteme und Konzepte in diversen Ausprägungen und Reifegraden, einige Bundesländer sehen gemäß GBA-Empfehlung flächendeckende Einführungen vor. Somit ergab sich der Bedarf an wissenschaftlich basierten Empfehlungen und Definitionen, die im Rahmen der Systematik einer S2(e = evidenzbasiert)-Leitlinie seit September 2019 unter Beteiligung der notfallmedizinisch relevanten Fachgesellschaften und Berufsverbände und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit erarbeitet wurde. Prof. Dr. Beckers wird über den Stand berichtet.

    Speakers:

    Prof. Dr. Stefan Beckers

  • 10:15 - 10:30

    Diskussion

  • 10:30 - 11:00

    Pause

  • 11:00 - 11:30

    System I: Landkreis Vorpommern-Greifswald

    Im Rahmen eines Innovationsfondsprojektes wurde im Jahr 2017 im Landkreis Vorpommern-Greifswald der Telenotarzt eingeführt. Nach dem Ende des Projektes und positiver Evaluierung wurde die telemedizinische Begleitung im Rettungsdienst in die Regelversorgung überführt. Im Jahr 2023 hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald eine interkommunale Vereinbarung mit allen Landkreisen und kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen, die es allen Gebietskörperschaften im Bundesland ermöglicht, sich dem etablierten Telenotarztsystem im Landkreis Vorpommern-Greifswald anzuschließen.

    Speakers:

    Dr. Timm Laslo

  • 11:30 - 12:00

    System II: Landkreis Goslar

    Das Pilotprojekt „Telenotfallmedizin Niedersachsen“ am Standort Goslar zeigt seit Januar 2021, dass eine telenotärztliche Behandlung von Notfallpatientinnen und -patienten mithilfe einer bidirektionalen Audio-Video-Technik in Verbindung mit einer Vitaldatenübertragung sicher möglich ist. Grundvoraussetzungen dafür sind eine zuverlässige technische Ausstattung und Telekommunikationsmethodik sowie ein gut geschultes Team vor Ort. Der Notfallsanitäter bzw. die -sanitäterin bleibt einsatzführende Person vor Ort und wird hierdurch in seinen bzw. ihren Kompetenzen bestärkt und gefördert.

    Speakers:

    Dr. Tobias Steffen

  • 12:00 - 12:30

    System III: RKT Telenotarzt in Bayern

    Die RKT Rettungsdienst gGmbH betreibt den ersten Telenotarztstandort in Bayern. Das bayerische Telenotarztsystem basiert auf zwei Säulen, zum einen den TNA-Standortbetreibern und zum anderen den Systemlieferanten. Die bislang entstandenen vergaberechtlichen Probleme und Herausforderungen bei der Finanzierung und beim Thema Abrechnung werden aufgezeigt. Im Besonderen ist die flächenmäßige Dimensionierung des bayerischen Systems eine Herausforderung für die beteiligten Partner.

    Speakers:

    Stefan Neppl

  • 12:30 - 12:45

    Diskussion

  • 12:45 - 13:45

    Pause

  • 13:45 - 14:15

    Telenotfallmedizin aus ökonomischer Sicht

    Bei der Einführung neuer innovativer Versorgungskonzepte gilt es stets, Hürden zu überwinden, wobei die Finanzierungsmöglichkeit von besonderer Bedeutung für die nachhaltige, d.h. über das Ende der Projektfinanzierung hinausgehende Etablierung ist. Die Aufgabe der Ökonomie besteht darin, die entstehenden Kosten eines Systems zu erkennen und zu analysieren. Anhand der Daten aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald konnten die Kostenstrukturen des dortigen Telenotarztsystems kategorisiert und deren Höhe bestimmt werden. Aus dieser Erkenntnis lässt sich auch ableiten, wie der Telenotarzt langfristig am kostengünstigsten eingesetzt werden kann.

    Speakers:

    Dr. Rebekka Süss

  • 14:15 - 14:45

    Telenotfallmedizin aus rechtlicher Sicht

    Rechtlich ist im Bereich der Telemedizin vieles unklar. Neben Haftungs- und Delegationsfragen ist der Status des Behandelnden aus rettungsdienst- und sozialrechtlicher Sicht zu beurteilen. Hat der Telearzt Weisungsbefugnis? Welche Anforderungen stellt das Medizinprodukterecht, welche der Datenschutz und welche die Schweigepflicht? Aber auch die Anforderungen an die Gestaltung der Leistungsbeschreibung und der zugrunde liegenden Verträge mit Durchführenden, Ärzten, IT und Support sind unter Berücksichtigung des Vergaberechts hoch. Dies kann durch eine strukturierte Planung bewältigt werden.

    Speakers:

    Dr. Andreas Staufer

  • 14:45 - 15:15

    Telenotfallmedizin aus berufspolitischer Sicht

    Marco K. König ist 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst.

    Speakers:

    Marco K. König

  • 15:15 - 15:30

    Diskussion

  • 15:30 - 16:00

    Pause

  • 16:00 - 16:30

    Klinik oder Leitstelle: Wo soll die Telenotärztin bzw. der Telenotarzt arbeiten?

    Die aktuelle Situation nicht nur im Rettungsdienst zeigt einmal mehr, wie überfällig eine Reform der Notfallversorgung ist. Die Probleme und ihre Ursachen sind vielfältig und bekannt, an Lösungsideen mangelt es ebenfalls nicht. Die Telenotfallmedizin ist dabei ein Baustein zur Umsetzung und Optimierung des Gesamtsystems. Im Rahmen der Etablierung stellen sich organisatorische Fragen wie z.B. wo die Telenotärztin/der Telenotarzt eigentlich physisch arbeiten soll. Dies gilt es zu diskutieren – auch im Kontext anderer Reformgedanken wie z.B. der Gesundheitsleitstellen.

    Speakers:

    Maren Bartels

  • 16:30 - 17:00

    116117: Wie wird Telemedizin heute und morgen eingesetzt?

    Während Ereignisse wie Polytraumata, Herzinfarkte oder Schlaganfälle, klassische („Blaulicht“-)Notfälle also, in ihrer Fallzahl vergleichsweise stabil bleiben, nimmt die Inanspruchnahme von Notdienststrukturen für weniger dringliche Akutfälle zu und dies auch während der Sprechzeiten der ambulanten Versorgung. Unbenommen völlig unterschiedlicher Organisationsstrukturen der Gesundheitsversorgung ist diese Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern international zu beobachten. Es werden Beispiele präsentiert, wie telemedizinische Versorgungsangebote sowie eine koordinierende Versorgungssteuerung Entlastung schaffen können.

    Speakers:

    Dr. Bernhard Gibis

  • 17:00 - 17:30

    Welchen Stellenwert hat die Telemedizin im Reformvorschlag der Regierungskommission?

    Mit ihrer 4. und 9. Stellungnahme hat die Regierungskommission Empfehlungen für eine grundlegende Reform der Notfallversorgung vorgelegt. Leitgedanke ist die bessere Vernetzung und Koordination, um Notfallpatientinnen und -patienten der jeweils bestgeeignetsten Versorgung zuzuführen. Angesichts des Fachkräftemangels gilt es gerade in der Notfallmedizin, Bereitschaftszeiten hochqualifizierten Personals ohne Einsatz zu reduzieren. Die Telemedizin bietet hierfür herausragende Chancen, weshalb alle Akteure, z.B. Rettungsdienste, Leitstellen oder Notaufnahmen/INZ, 24 h/d teleärztlich vernetzt sein sollten.

    Speakers:

    Prof. Dr. Tom Bschor

  • 17:30 - 17:45

    Diskussion

  • 17:45 - 18:00

    Zusammenfassung und Ende

    Speakers:

    Prof. Dr. Klaus Runggaldier

Referenten

Dr. Tobias Steffen

Stefan Neppl

Dr. Timm Laslo

Dr. Andreas Staufer

Dr. Bernhard Gibis

Prof. Dr. Stefan Beckers

Marco K. König

Prof. Dr. Clemens Kill

Maren Bartels

Prof. Dr. Tom Bschor

Prof. Dr. Klaus Runggaldier

Dr. Rebekka Süss

Veranstaltungsort

Das Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin, gelegen an der Grenze zu Friedrichshain und Prenzlauer Berg und nur wenige Minuten vom Alexanderplatz entfernt, ist so einzigartig wie Berlin selbst.

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Veranstalter:

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